E-Zigarette

coffee-684067_1280Die elektronische Zigarette ist mittlerweile keine Neuigkeit mehr. Allerdings gehen die Meinungen über die e-Zigarette weit auseinander. Immer mehr Jugendliche greifen auf die vermeintlich gesündere Alternative zurück. BefürworterInnen sehen die e-Zigarette als Chance für den Ausstieg aus der Tabakabhängigkeit.

Stimmt das?

Sind e-Produkte wirklich gesünder?

Helfen sie mir beim Rauchstopp?

Wir haben ein paar Facts für dich zusammengefasst.

Wie funktioniert die elektronische Zigarette?
  • Durch Anziehen am Gerät wird ein Heizmodul aktiviert, welches ein Liquid verdampfen lässt (Liquid = Flüssigkeit, die zu 90 % aus Propylenglykol besteht)
  • Das Gerät wird über eine Batterie betrieben
  • Aerosol entsteht und wird inhaliert - diesen Dampf kennt man auch von "Nebeleffekten" in Discos oder auf Konzerten.
  • Neben Einwegprodukten sind auch auffüllbare Kartuschen erhältlich.
Ist sie wirklich weniger gesundheitsschädlich?

Doctor listening to a patient at her practice

Bisher gibt es keine Langzeitstudien zur Gesundheitsgefährdung durch elektronische Verdampfer. Das bedeutet, dass man nicht sagen kann, in welchem Ausmaß die E-Zigarette über einen längeren Zeitraum schaden kann. Die Hauptbestandteile der Liquids sind Propylenglykol, Glyzerin, Aromastoffe und teilweise Nikotin in unterschiedlicher Konzentration.

 

Die Lebensmittel- und Kosmetikindustrie setzt Propylenglykol ein. Dort gilt es als ungefährlich – ob dies auch für das Erhitzen und anschließende Inhalieren gilt, ist ungewiss. Propylenglykol, der in Diskotheken vernebelt wird, kann mitunter Atemwegsirritationen auslösen. Die Gefahr einer Atemwegsreizung besteht vor allem für Kinder (Asthmagefährdung durch Passivrauchen). Außerdem können im Liquid und im Aerosol krebserregende Partikel enthalten sein.
Des Weiteren werden Aroma- und Zusatzstoffe hinzugefügt, die häufig nicht ausreichend deklariert sind. Sofern es sich um ein nikotinhältiges Produkt handelt, ist die Gefahr eines raschen (Wieder-) Einsteigens in den normalen Zigarettenkonsum möglich. Nikotin macht abhängig, steht im Verdacht Krebs zu erzeugen und schädigt während der Schwangerschaft das Ungeborene. Somit können auch e-Zigaretten nicht als gesundheitlich unbedenklich eingestuft werden.

Belastungen der Raumluft - Schutz vor Passivrauch?

rauchgewohnheiten_75090693_XSDie Menge der Ausströmungen eines e-Produkts sind im Vergleich zu einer angezündeten Zigarette geringer. Wird im Raum allerdings viel "gedampft", so erhöht sich das allgemeine Risiko auch hier entsprechend. Aufgrund der Entstehung von krebserregenden Partikeln in den Geräten und den möglichen Atemwegsreizungen kann man nicht von unschädlichem Konsum sprechen. Auch ist nicht ersichtlich, ob Nikotin enthalten ist oder nicht, was zum Beispiel im Bereich der Gastronomie oder hinsichtlich Jugendschutz zu Konflikten führen kann.

Die rechtliche Situation in Österreich
  • CC0 geralt - pixabay.comSeit Mai 2016 sind alle verwandten Tabakerzeugnisse, darunter fallen auch die E-Zigaretten, der normalen Zigarette gleichgestellt
  • Allerdings unterliegt die Regelung von Altersgrenzen den Bundesländern. Werden im Jugendschutzgesetz des jeweiligen Bundeslandes nur Tabakwaren erwähnt, fallen alle elektronischen Dampfwaren streng genommen nicht darunter. Alle Bundesländer, die diesen Zusatz noch nicht aufgenommen haben, werden jedoch in den folgenden Jahren nachziehen und alle Rauch- und Dampfwaren in den Jugendschutz aufnehmen.
  • An allen Örtlichkeiten, wo Zigarettenrauchen verboten ist, ist auch die E-Zigarette verboten.
Ist die elektronische Zigarette ein Raucheinstiegsprodukt?

E-Produkte sind sehr attraktiv für Kinder und Jugendliche. Buntes Design, geschmackliche Aromen (Vanille, Kirsche, Kaugummi, etc.) und die Neuartigkeit des Produkts schaffen es sogar nichtrauchende Jugendliche auf den Geschmack der e-Produkte zu bringen! Die elektronischen Geräte ahmen Tabakprodukte nach und können einen Umstieg zu Zigaretten erleichtern. Dies macht sich auch die Tabakindustrie zunutze und zielt mit ihrer Werbung darauf ab, Nichtrauchende zur e-Zigarette zu bewegen.

Kann ich mit der elektronischen Zigarette zum Rauchen aufhören?

abgebrochene_zigarette_Fotolia_49118662_LViele RaucherInnen stiegen rasch nach Aufkommen der e-Zigarette auf diese Alternative um, einige Wenige schafften den kompletten Rauchausstieg. Jedoch rauchen viele von ihnen mittlerweile (auch) wieder normale Zigaretten. Dies ist erklärbar durch das abhängig machende Nikotin und die Verfügbarkeit von Zigaretten zu jeder Tages- und Uhrzeit. E-Zigaretten halten das Rauchritual aufrecht und können dadurch den Rauchstopp erschweren. Ein Zurückkehren zur Zigarette passiert daher rasch und ungeplant.

Quellen

Deutsches Krebsforschungszentrum (2014). Information für Schulen: E-Zigaretten und E-Shishas. Fakten zum Rauchen (pdf). dkfz: Heidelberg

Europäische Kommission (2014). Fragen & Antworten: Neue Regelungen für Tabakerzeugnisse. online unter http://europa.eu/rapid/press-release_MEMO-14-134_de.htm

Bundesinstitut für Risikobewertung (2012). Fragen und Antworten zur E-Zigarette. online unter http://www.bfr.bund.de/cm/343/fragen-und-antworten-zur-e-zigarette.pdf