Gesundheitliche Auswirkungen

„Gesundheit ist ein Zustand völligen psychischen, physischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen. Sich des bestmöglichen Gesundheitszustandes zu erfreuen ist ein Grundrecht jedes Menschen, …“ (WHO, 1948).

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Gesundheit ist uns allen ein Anliegen. Auch jenen Menschen, die abhängig sind. Erst seit 2001 ist in Österreich Nikotinabhängigkeit eine anerkannte Krankheit. Eine Abhängigkeitserkrankung hat nichts mit Willensschwäche zu tun.
 In Österreich rauchen in etwa 27% der Bevölkerung, das sind 1.56 Mio. Menschen.

Die gesundheitlichen Auswirkungen sind meist nicht sofort bemerkbar, dafür umso folgenschwerer. Rauchen gilt als wesentlicher Risikofaktor für die führenden Todesursachen weltweit. Jede/r zweite RaucherIn stirbt frühzeitig an einer tabakassoziierten Erkrankung. In Österreich sind das jedes Jahr mindestens 14.000 Menschen und beinahe 40 jeden Tag!
Statistisch gesehen verliert jede/r RaucherIn über 10 Jahre ihres/seines Lebens.
Link: Tabakatlas 2015

Was macht das Rauchen so gesundheitsschädlich?

In Tabakrauch befinden sich neben Nikotin über 4.800 unterschiedliche Substanzen, die überwiegend erst beim Verbrennen des Tabaks entstehen. 250 dieser Substanzen sind giftig, davon wiederum sind 90 krebserregend.

Unter anderem beinhaltet Tabakrauch folgende Stoffe:

SubstanzBeispiele für Verwendung
Ammoniakin Putzmitteln
Arsenin Rattengift
Blausäurein der Herstellung von Cyaniden, Farbstoffen
Bleiin Batterien
Cadmiumin Batterien
Formaldehydin der Holzverarbeitung, zur Leichenkonservierung
Nickelin Batterien, in Metall-Legierungen
Styrolin der Herstellung von Kunststoffen und Kunstharzen
ToluolZusatz in Benzin, in Lösungsmitteln

Ihr wollt mehr wissen?

Welche Auswirkungen hat Nikotin auf den Körper?

Das beim Rauchen inhalierte Nikotin hat folgende Auswirkungen auf den Körper:

• Es versetzt den Körper in Alarmbereitschaft: Noradrenalin wird vermehrt ausgeschüttet, dies steigert Blutdruck und Herzschlagfrequenz.
• Nikotin erhöht den Ruheenergieverbrauch des Körpers.
• Die Darmtätigkeit wird angeregt.
• Die Urinproduktion wird reduziert.
• Die Blutgerinnung wird gefördert.
• Durch Rauchen wird die Schmerzempfindlichkeit erhöht.
• Nikotin fördert die Freisetzung mehrerer Neurotransmitter im Gehirn, die bei der Entstehung positiver Gefühle beteiligt sind. Daher fällt ein Rauchstopp oft sehr schwer.

Krankheiten, die beim Rauchen entstehen können, schädigen nahezu jedes Organ des Körpers. Speziell die Atemwege und das Herz-Kreislaufsystem sind betroffen. Rauchen verursacht bis zu 90% der Lungenkrebsfälle und ist wesentlich an der Entstehung von COPD (Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung) beteiligt. Herzinfarkte, Schlaganfälle, verschiedene Krebsarten oder Unfruchtbarkeit/Impotenz sind häufige Folgen.

Ein Rauchstopp wirkt sich sofort positiv auf die Gesundheit aus!
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PassivraucherInnen sind in etwas geringerem Ausmaß von den gleichen akuten Erkrankungen wie RaucherInnen betroffen. Für Kinder und Ungeborene ist Tabakrauch besonders schädlich.

Was versteht man unter Passivrauchen?

Passivrauch setzt sich zusammen aus dem Hauptstrom- und Nebenstromrauch. Der Hauptstromrauch bildet sich beim Zug an der Zigarette und wird von der/dem RaucherIn wieder ausgeatmet. Der Nebenstromrauch entsteht beim Verglühen der Zigarette, also zwischen den Zügen. Beim Passivrauchen werden sowohl der ausgeatmete Hauptstromrauch („second-hand smoke“) als auch der Nebenstromrauch eingeatmet. Einige Stoffe kommen im Nebenstromrauch sogar in höherer Konzentration vor als im Hauptstromrauch, da der Verbrennungsprozess nur unvollständig abläuft. Somit werden beim Passivrauchen erhebliche Mengen an Giftstoffen inhaliert. Wer mit einer/einem RaucherIn in einem gemeinsamen Haushalt lebt, hat ein um 20–30% erhöhtes Risiko an Lungenkrebs zu erkranken bzw. ein 25% erhöhtes Risiko an COPD zu sterben.

Nach dem Rauchen in geschlossenen Räumen besteht das Gesundheitsrisiko weiterhin, da sich die feinen Rauchpartikel auf Haut, Haaren, Kleidung, Wänden, Vorhängen, Böden und Gegenständen ablagern und wieder an die Umgebung abgegeben werden. Der „kalte Rauch“ ist durch Lüften nicht zu beseitigen und stellt eine Gesundheitsgefährdung für die BewohnerInnen dar.

Besonders Säuglinge, Kleinkinder und Ungeborene sind gefährdet durch Passivrauchen vermehrt Krankheiten betreffend der Atmungsorgane, Augen, Ohren, Herz-Kreislaufsystem, etc. auszubilden. Der plötzliche Kindstod tritt bei Säuglingen, die Tabakrauch einatmen, nachweislich häufiger auf, als bei Babys, die in einer rauchfreien Umgebung aufwachsen.

Wie entsteht eine Nikotin-Abhängigkeit?

Nikotin dockt an den Rezeptoren im Gehirnareal an, welches zuständig ist für die Entstehung von positiven Gefühlen. Dort wird das Belohnungszentrum stimuliert, welches ein starkes Verlangen nach Nikotin auslöst. Das ist der erste Schritt in die Abhängigkeit – der Körper bildet immer mehr Nikotinrezeptoren, die alle gesättigt werden wollen. Folglich ist eine immer größere Menge an Nikotin notwendig, um eine Wirkung zu erzielen bzw. um Entzugssymptome zu unterdrücken (physische Abhängigkeit). Man nennt dies auch Toleranzbildung.

rezeptoren
Machen sich Entzugssymptome bemerkbar, so sind diese ein deutliches Zeichen für eine Abhängigkeit. Entzugssymptome können sein: Reizbarkeit, Unruhe, Nervosität, Aggressivität, depressive Verstimmungen, Schlafstörungen, etc.

Gleichzeitig merkt sich der Körper die Situationen, in denen geraucht wird (z.B. die Zigarette nach dem Essen, zum Kaffee oder mit FreundInnen), Empfindungen, die dabei entstehen (Geruch, Geschmack, Gefühl des Rauchs im Hals) und bringt es mit Handlungen in Verbindung (die Entnahme der Zigarette aus der Packung). Das führt dazu, dass sich diese Verhaltensmuster verfestigen (Konditionierung). Bestimmte Situationen alleine können also schon das Verlangen nach einer Zigarette hervorrufen (psychische Abhängigkeit).

Manche RaucherInnen schaffen es von heute auf morgen mit dem Rauchen aufzuhören. Andere wiederum haben immer wieder mit Rückfällen zu kämpfen. Eine rauchfreie Umgebung jedenfalls unterstützt dabei eine Abhängigkeit zu überwinden, da gewisse Situationen vermieden werden.

Was hilft dabei einen Rauchstopp erfolgreich durchzuführen?

Als Voraussetzungen für eine erfolgreiche Beendigung des Rauchverhaltens sind besonders hervorzuheben die BEREITSCHAFT mit dem Rauchen aufhören zu wollen, die ZUVERSICHT es zu schaffen und die WICHTIGKEIT, die für die/den RaucherIn damit verbunden ist. Das Erlernen von Entspannungsmethoden, um belastende Ereignisse gut ohne den Griff zur Zigarette verarbeiten zu können, ist ebenfalls hilfreich.

Der Genuss soll in der Phase des Rauchstopps nicht zu kurz kommen: schließlich gibt es so viele Möglichkeiten das Leben rauchfrei zu genießen! Atmen wir auf!

Quellen/weiterführende Informationen: